Unter meinen Augenlidern geschieht die Nacht

I
Kaltes Neonlicht teilt die Straßen,
ich verfolge meinen Schatten, der sich
wie Tusche über die Wände ergießt.
Mein Schatten ist immer einen Schritt
schneller als ich, er scheint in
guter Verfassung, raucht
und trinkt nicht.

II
Danach liegen wir in diesem
Zimmer mit Blick auf die Kälte, und es ist
mein Schatten, der aus dir herausläuft,
der von deinen Schenkeln auf
den Boden tropft.

III
Manchmal starre ich noch aus dem
Fenster, denke an die Flammen eines
späten Feuers, die Musik von verglühenden
Ästen, und deine Zähne rot wie
Streichholzköpfe, rot von meinem Blut.

IV
Aus der Nacht wird Senkblei,
das mich in die Tiefe zieht, hinab in
ein schwarzes Nichts, und mein Schatten
legt sich über mich wie eine
Decke aus Quecksilber.

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