In deinem Leben gibt es nur drei Frauen

Ich bettelte um ein paar gute Tage und Nächte mehr. Dann um ein paar Stunden. Am Ende, da war’s komprimiert auf die Länge einer Zigarette. Sie zog, der Tabak verbrannte, und mit ihm die Liebe. Mit jedem weiteren Zug verabschiedete sie sich, ganz ohne etwas sagen zu müssen, ganz in Stille. Da war nur die Glut, und ihre Züge, die Glut, und ihre Züge, und dann, an der Tür, da drehte sie sich noch einmal um, ein feuchtes Glitzern in ihren dunklen Augen, ein Moment für die Ewigkeit, aber sie blieb eben nicht stehen. Da war nur dieser Blick, und in diesem Blick lag alles. Schließlich bin nur ich in der Besinnungslosigkeit geendet. Vielleicht haut das mit den drei Frauen hin, vielleicht auch nicht. Vielleicht ist es nur eine. Wie wäre das: Du siehst aus dem Fenster, eine Katze huscht vorbei, der Sonnenaufgang taucht alles in ein erstes, blutrotes Licht, und du kannst nicht mehr tun, als dich an genau diese eine zu erinnern.

Sven Heuchert
Geboren 1977 in der rheinländischen Provinz. 1994 dann Ausbildung, seitdem in Arbeit. Erste Kurzgeschichte ‘Zinn 40′ noch in der Schule. Mit neunzehn Umzug nach Köln. Liebe, Reisen, kleine Niederlagen, große Niederlagen. Rückkehr in die Provinz. Keine Preise